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Sonntag, 14. Mai 2006, 10:24

Hält das Ministerium Daten geheim? Zuviel Uran im Trinkwasser?

URL:http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichte…t/?em_cnt=87168
Berliner Journalist verklagt das Land Sachsen-Anhalt auf Herausgabe von Informationen
 
Uran im Mineralwasser? Ministerium hält Daten geheim
 
Von Winfried Borchert
 

 
 

 

 
 Ex-Minister Gerry Kley: Habe von der Sache mit dem Uran im Mineralwasser nur "mal gehört".
Wasser ist beliebt. Neun Milliarden Liter tranken die Deutschen 2005. Experten stellten allerdings fest, dass einige Marken bedenklich viel Uran enthalten. Ein Journalist, der der Sache nachging, stieß monatelang bei Sachsen-Anhalts Sozialminister Gerry Kley ( 46, FDP ) auf eine Mauer des Schweigens. Die besteht auch nach dem Ministerwechsel und dem Amtsantritt von Gerlinde Kuppe ( 60, SPD ) fort. Jetzt klagt der Journalist die Informationen vor Gericht ein.
Magdeburg. Der 3. August 2005 war ein verregneter Tag, das Thermometer erreichte gerade die 20-Grad-Marke. Kein Durstwetter. Da fl atterte Sachsen-Anhalts damaligem Sozial- und Verbraucherschutzminister Gerry Kley eine Anfrage zum Thema Mineralwasser ins Haus. Allerdings ging es nicht um eine sommerlich drohende Sprudelknappheit, sondern um Uran.
Absender war der Berliner Journalist Frank Brendel ( 45 ). Der freie Autor arbeitet unter anderem für die Verbraucherschutzorganisation " foodwatch ". Brendel ging einer Erhebung des Bundesinstituts für Risikoabschätzung ( BfR ) nach, in der es um den Urangehalt in 1540 deutschen Mineralwassern ging. Fast alle untersuchten Wasser wiesen Uranmengen unter dem Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO auf, die weniger als 15 Mikrogramm je Liter empfiehlt. Bei der Hälfte der Marken waren die Uranwerte so gering, dass sie nicht messbar waren. 30 Proben waren allerdings mit mehr als 15 Mikrogramm Uran je Liter belastet. " So wenig wie möglich "



Nach Einschätzung der BfRExperten ist das vor allem für Kleinkinder bedenklich. " Wegen seiner toxischen Eigenschaften ( Radioaktivität, Giftigkeit ) sollten Lebensmittel grundsätzlich so wenig Uran wie möglich enthalten ", erklärt das Institut. Uran und seine Zerfallsprodukte könnten Fehlbildungen und Krebs hervorrufen.

Babys sollten deshalb nur Mineralwasser zu sich nehmen, das weniger als 2 Mikrogramm Uran enthält. Die Risiko-Experten wollen einen generellen Grenzwert von 15 Mikrogramm festlegen. Außerdem soll Wasser, das als " Zur Zubereitung von Babynahrung geeignet " deklariert ist, höchstens zwei Mikrogramm Uran enthalten dürfen. Ein EUGesetz ist in Arbeit.

Bei den von den Behörden untersuchten Wassern wurden aber bis zu 71 Mikrogramm Uran ermittelt. Alle bedenklichen Proben stammten aus Nordrhein-Westfalen, Baden-W ürttemberg und Sachsen-Anhalt.

Brendel wollte es genauer wissen, stellte den Landesregierungen der drei Länder Fragen : Wie viele in Flaschen abgefüllte Mineralwässer aus dem jeweiligen Bundesland sind den Behörden bekannt, die mehr als 15 Mikrogramm Uran je Liter aufweisen ? Wie hoch liegen die Belastungen bei diesen Wässern ? Wie viele Brunnen zur Mineralwassergewinnung sind den Landesbehörden bekannt, die einen Urangehalt von mehr als 15 Mikrogramm aufweisen ?

Fragen nach Marken oder Herstellern stellte Brendel nicht.

Mineralwasserfi rmen gewinnen ihr Wasser einer Marke meist aus mehreren Brunnen, die verschiedene Mineralien enthalten, und mischen die Quellen.

In Stuttgart und Düsseldorf zeigten sich die Behörden offen und teilten Frank Brendel mit, man kenne das Problem mit der Uranbelastung. Die betreffenden Firmen habe man deshalb dazu bewegt, nur noch Wasser aus solchen Brunnen zu zapfen, die Uran gar nicht oder nur in geringen Mengen enthalten.

" In Magdeburg bin ich allerdings gegen eine Wand gelaufen. Die haben alle Register gezogen, um mir die Informationen zu verweigern ", sagt Brendel. Die Pressestelle von Gerry Kley zweifelte zunächst die Erhebung der BfR an. Diese sei " nicht repräsentativ ", außerdem gebe es für Uran keinen Grenzwert, hieß es. Dann verlangte man von Brendel, er solle sich als Journalist eines " Presseorgans " legitimieren.

Der Autor hielt das für einen schlechten Witz. Immerhin ist er Mitverfasser des Journalisten-Fachbuches " Richtig recherchieren " und arbeitet als Recherchetrainer an der Berliner Journalistenschule. Bundesweit bekannt wurde er, als er im vergangenen Jahr Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit ( SPD ) auf Herausgabe seines Terminkalenders verklagte und sich dabei auf das Berliner Informationsfreiheitsgesetz berief.

Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, es waren bereits mehr als acht Wochen vergegangen, griff Brendel Ende September 2005 auf Anraten seines Anwalts Cornelius Knappmann-Korn zu einem anderen Mittel : dem Umweltinformationsgesetz. Danach kann jeder Bürger von den Behörden umweltrelevante Auskünfte abfordern.

Offenbar nicht in Sachsen-Anhalt. Kleys Sprecherin Christiane Baumann entgegnete, das Umweltinformationsgesetz sei EU-Recht und gelte in Sachsen-Anhalt noch nicht.

Brendel gab nicht auf, wandte sich an die EU-Kommission in Brüssel. Die teilte ihm Mitte November mit, dass das Umweltinformationsgesetz der EU auch in Deutschland in Kraft sei, die Behörden somit zur Herausgabe der Informationen verpfl ichtet. Doch auch der amtliche Brief aus Brüssel beeindruckte Sachsen-Anhalts Ministerialbeamte nicht, die brisanten Daten blieben weiter unter Verschluss.

Mittlerweile hat der Journalist beim Verwaltungsgericht Magdeburg Klage eingereicht. Damit will er erreichen, dass das Ministerium seine Fragen vom August 2005 beantworten muss. Ein Erörterungstermin Ende April blieb ohne Ergebnis. Brendel hofft nun auf ein Urteil vor dem ersten " Jahrestag " seiner Anfrage im Hause Kley.


Inzwischen trug die Angelegenheit dem Ministerium einen wenig schmeichelhaften Artikel im Nachrichtenmagazin " Spiegel " ein, doch geändert hat sich nichts. Dabei könnte die Sache schnell geklärt werden : durch ein Einlenken des Ministeriums. Der Zeitpunkt scheint günstig. Gerry Kley wurde nach der Wahl sein Ministeramt los, Nachfolgerin ist Gerlinde Kuppe. Auch die Pressestelle wurde neu besetzt. Was die Informationspolitik anbelangt, herrscht im Ministerium allerdings Kontinuität. Brendel bekommt die Daten nicht.

Pressesprecher Holger Paech erklärte auf Volksstimme-Nachfrage, die Beamten im Ministerium hätten " grundsätzliche Zweifel " daran, dass die Risikostudie des BfR repräsentativ sei.

Ministerin Kuppe versichert allerdings, neue Proben hätten " keine Uranwerte mehr über dem WHO-Richtwert ergeben ".

Eltern aber, die genau wissen wollen, ob sie ihrem Baby Mineralwasser geben sollten oder lieber nicht, bleiben im Unklaren. Dabei gibt es laut BfR gar keinen Grund, für die Zubereitung von Babynahrung Mineralwasser zu verwenden. Das Institut empfi elt schlicht Leitungswasser. Das sei " das am besten untersuchte Lebensmittel ".

" Betriebsgeheimnisse "

Aufschlussreich für Verbraucher dürfte dagegen die Begründung der Ministerialbeamten vor Gericht sein, warum sie die Datenherausgabe verweigern : Die Uranwerte im Mineralwasser seien " Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse ". Die Unternehmer hätten " ein berechtigtes Interesse an der Nichtveröffentlichung der Daten ", weil andernfalls " erhebliche Umsatzrückgänge " zu befürchten seien. Die Begriffe " Uran " oder " Radioaktivität " seien in der Öffentlichkeit " mit einem hohen Angstpotenzial behaftet " und " würden für eine Flut von Spekulationen sorgen ", so das Ministerium. Damit liege es " im öffentlichen Interesse ", die Daten weiter geheim zu halten.

Frank Brendel wundert sich : " Ich hatte überhaupt nicht nach Marken gefragt, nur nach der Zahl der Mineralwässer. "

Ex-Minister Gerry Kley will nicht viel sagen. Er sei nicht mehr im Amt, und von der Uran-Sache habe er nur " mal gehört ", denn er lese den " Spiegel " nicht. Auf die Frage, ob er persönlich angewiesen habe, die brisanten Auskünfte zu verweigern, sagt Kley : " Eine solche Entscheidung ist mir nicht erinnerlich. "

Jetzt ist Kley Landtagsabgeordneter. Und er geht seine neue Aufgabe mit Elan an. Zum Uran meinte er auf Nachfrage : " Das ist ein brisantes Thema. Ich werde mich als Umweltausschussvorsitzender mal darum kümmern. " Meinung
 


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Donnerstag, 7. August 2008, 17:07

Eine Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation foodwatch kommt zu dem Ergebnis, dass in einigen Regionen Deutschlands das Trinkwasser durch hohe Konzentrationen des giftigen Schwermetalls Uran belastet ist. Die "Mitteldeutschen Zeitung" berichtet, dass das Bundesgesundheitsministerium einen zulässigen Höchstwert für Uran im Trinkwasser festlegen will. Radioaktives Uran besitzt hinsichtlich des Anteils im Wasser keinen Grenzwert. Zwar gibt es einen vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwert von 10 Mikrogramm je Liter, aber das als Grenzwert zu beurteilen, da ist man sich wohl nicht sicher.

Der höchste Wert in Sachsen- Anhalt wurde ganz in unserer Nähe, in Sangerhausen gemessen (09/2007) . Dort wurde eine Uran-Belastung von 27 Mikrogramm pro Liter gemessen !!! Im Burgenlandkreis lag die Belastung bei ca. 10 Mikrogramm je Liter.

Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/5673925.html

Knüppelkuchen

unregistriert

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Freitag, 8. August 2008, 09:00

Uran ist so giftig wie Blei

Uran hat eine ähnlich hohe Giftigkeit wie Blei. Es kann die Niere, Leber und Knochen schädigen. Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf das Schwermetall. Deshalb wurde vor drei Jahren der Grenzwert für Uran in Mineralwasser, das für Säuglingsnahrung geeignet ist, gesetzlich vorgeschrieben: Mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter darf ein derartiges Wasser nicht mehr enthalten. Eltern von Babys und Kindern unter sieben Jahren sollten darauf achten, dass ihr Kind nur Wasser trinkt, das den Hinweis enthält: "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung".

Barbara

unregistriert

4

Samstag, 9. August 2008, 19:28

Na prima, da wurde lange und lautstark gesagt, daß das Wasser aus der Wasserleitung nicht gesundheitsschädigend ist.
Es heißt doch nicht umsonst TRINKWASSER.
Ich bin so was von sauer. :cursing:
Ich trinke gerade jetzt im Sommer, wenn ich in der Küche bin, auch gleich mal ganz schnell einen großen Schluck Wasser aus der Wasserleitung.

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Montag, 11. August 2008, 17:33

Nur gut, dass wir nicht genau wissen, was wir uns täglich so in den Rachen schieben !! :D

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Mittwoch, 10. März 2010, 15:36

Abhilfe durch Umkehrosmose-Verfahren
http://www.bestwater.de/

Frank Dietz
Regionalmanager
International BestWater AG
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