Neuer Geschäftsführer fühlt sich Tradition der historischen Kuranlagen und der Bühne verpflichtet
VON ELKE JÄGER, 19.01.10, 18:12h, aktualisiert 19.01.10, 21:17h

René Schmidt an seinem Arbeitsplatz in den Historischen Kuranlagen. Geheimrat Goethe hat er vom Schreibtisch aus immer im Blick. (FOTO: PETER WÖLK)
BAD LAUCHSTÄDT/MZ. Die Historischen Kuranlagen und das Goethe-Theater Bad Lauchstädt haben einen neuen Direktor: Am 1. Januar trat René Schmidt, geboren und aufgewachsen im südlichen Sachsen, sein Amt als Geschäftsführer an. Seine Berufung durch das Land war im August 2009 erfolgt. Damals konnte sich der studierte Musiker und Kulturmanager, zu jener Zeit noch Geschäftsführer des Kulturbetriebs Meißner Land, gegen 46 Mitbewerber durchsetzen.
Er habe sich sehr auf seinen neuen Job gefreut, bekennt der 46-Jährige. Umso betroffener sei er vom plötzlichen Ableben des langjährigen Direktors Bernd Heimühle gewesen. "Der Kontakt mit ihm war sehr angenehm", schaut Schmidt zurück. Bernd Heimühle habe ihm "ein außerordentlich gut bestelltes Haus überlassen", würdigt der neue Chef und denkt neben langfristigen Verträgen an die "sehr engagierten, freundlichen und kompetenten Mitarbeiter."
Auf sie baut er auch, wenn er über seine Vorstellungen für die nächsten Monate spricht. Manches wird sich ändern, vieles bleibt. Schmidt, der sich stark der Tradition des Hauses verpflichtet sieht, möchte das Goethe-Theater als Spielort deutscher Klassik im besten Sinne weiter profilieren. Das Musiktheater - und die Einbindung Bad Lauchstädts in die Händelfestspiele - schließt er damit ausdrücklich ein. Keine Frage, dass solche Veranstaltungen wie der Garten-Traum-Markt, der Museumstag oder das Festspiel der deutschen Sprache weiterhin ihren festen Platz haben. Er sei froh, dass sich Edda Moser, Initiatorin des Festspiels, für Bad Lauchstädt entschieden habe, betont René Schmidt.
Anknüpfend an die Rolle des Städtchens als einstige herzogliche Sommerresidenz soll das Goethe-Theater ab der Saison 2011 / 12 wieder den Charakter einer Sommerbühne tragen. Als passende Ergänzung könnte sich Schmidt gut einen "Lauchstädter Sommer" als kleine Konzertreihe vorstellen - aber das sind Pläne fürs nächste Jahr. Möglichst bald dagegen möchte er die historische Verbingung von Weimar und Bad Lauchstädt als beliebten Ausflugsort des Weimarer Hofes aufpolieren und strebt eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Weimarer Klassik an. Erste Kontakte sind geknüpft.
Im Moment wartet er gespannt auf das Programmheft der diesjährigen Theatersaison, das in völlig neuem Gewande daherkommt. "Im komplett neuen Format, völlig anderer Gestaltung und in den Farben des Goethe-Theaters grau und rot", verrät er. Als weitere Neuerung wird es verschiedene Anrechte mit Rabatten geben, Gruppen erhalten "attraktive Paketpreise" angeboten. Auch die Jugend möchte der Theaterchef, der eine erwachsene Tochter hat, stärker für die Bühne interessieren.
Inzwischen hat sich René Schmidt mit allem, was zu Kuranlagen und Theater gehört, vertraut gemacht - übrigens ebenfalls, wenn auch noch nicht bis ins letzte Detail, mit der Goethestadt: Er lebt seit Dezember hier und hat die erste Kennenlern-Runde hinter sich.
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