BAD LAUCHSTÄDT/MZ. Was den einen erzürnt, lässt den anderen träumen: Die Umgestaltung des Schlossgrabens in Bad Lauchstädt hat begonnen. Doch über den ersten Schritt, das Fällen der Bäume unmittelbar an der östlichen Mauer des Schlösschens, haben sich viele Bürger aus der Stadt empört. MZ-Leser sprachen von "Verschandeln" und "Umweltfrevel" und möchten wissen, wie es weiter geht. Ein Hinweisschild, das mehr über das Projekt verraten könnte, fehlt leider noch.
"Geheim ist das natürlich nicht", wehrt Bauamtsleiter Lothar Runkel ab. "Wir haben im Stadtrat und in den Ausschüssen darüber gesprochen und es gab Veröffentlichungen in der örtlichen Zeitung." Wer sich ausführlicher informieren wolle, könne auch gern zu ihm ins Rathaus kommen.
Schlossgraben und Kurpark in Bad Lauchstädt sollen im Rahmen des landesweiten geförderten Projekts "Gartenträume" wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Als Vorbild dient die Zeit des Spätbarock, als sich Bad Lauchstädt zum beliebten Modebad und "sächsischen Bad Pyrmont" entwickelte. "Früher zog sich der Schlossgraben an drei Seiten um das Gebäude herum und unmittelbar neben den Mauern führte ein Weg entlang", weiß Runkel aus alten Aufzeichnungen. Dass soll ganz am Ende der Umgestaltung auch wieder so sein.
Dies ist momentan noch Zukunftsmusik. Finanziell abgesichert ist dafür der erste Bauabschnitt, der den östlichen Grabenbereich umfasst - dort, wo früher eine kleine Anlage war und jetzt die Bäume weichen mussten. Dieser Abschnitt soll sich bis November 2010 in den Zustand verwandelt haben, wie ihn der Barockbaumeister Johann Wilhelm Chryselius ursprünglich geplant und gestaltet hatte. Die Grundlage dafür liefert eine "denkmalpflegerische Rahmenzielstellung" des Landschaftsarchitekturbüros Därr aus Halle. Dafür wurden historische Dokumente durchforstet und im Schlossgraben nach alten Wegführungen und Profilen gesucht - erfolgreich, wie Landschaftsarchitektin Sigrun Därr berichtete: "Wir wollen das frühere Profil wieder so herstellen, dass man das Schloss, das bisher völlig von den Bäumen verdeckt wurde, wieder wahrnehmen kann". Entdeckt wurde dabei sogar ein historischer Brunnen, der im nächsten Bauabschnitt auch eingefasst werden soll.
Dass mit der Umgestaltung jetzt begonnen wurde, hängt mit den Plänen zusammen, welche die Stadt mit dem Schloss hat. "Der östliche Teil steht seit etwa 15 Jahren leer. Hier soll ein Haus der Begegnungen entstehen", schaut Lothar Runkel voraus." Zwar sei die Finanzierung noch nicht klar, doch vor dem Umbau müsste der östliche Schlossgraben fertig sein. Dazu gehöre nämlich auch ein Weg unmittelbar an den Außenmauern des Schlosses, der dann als Zugang gebraucht werde. Der Innenhof könnte später einmal der Schulhof sein.
Und wie der Schlossgraben schon bald aussehen wird, erzählt Sigrun Därre. Außen herum soll eine kleinkronige Lindenallee entstehen, ergänzt von Cornelkirschen. Den Mittelweg säumt Spalierobst, am kleinen Weg soll Apfeldorn blühen und wachsen. An den früheren Küchengarten, der sich hier befand, erinnern Kräuter wie Frauenmantel, Lavendel oder Katzenminze - Gewächse, die leicht zu pflegen sind. "Es wird blühen und duften", schwärmt die Landschaftsarchitektin.
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