Gebirgsschlag ließ 1996 die Häuser wanken
Grube Teutschenthal: Erinnerungen werden nach Unglück in Nachterstedt wach
VON Michael Tempel, 20.07.09, 19:57h, aktualisiert 21.07.09, 19:53h
Halle/MZ. Die Katastrophe in Nachterstedt hat bei den Bewohnern von Teutschenthal und Umgebung Erinnerungen an 1996 wach gerufen. Damals hatte ein Gebirgsschlag in der alten Kaligrube die Erde beben lassen. Sogar in Halle wankten die Häuser. Zwar wurden keine Menschen verletzt. Doch hat der Zwischenfall teils erhebliche Gebäudeschäden verursacht.
"Mit Nachterstedt war der Gebirgsschlag sofort wieder da", sagte Teutschenthals Bürgermeister André Herzog (parteilos). Man sei damals zwar "haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt", so Herzog. Seiner Einschätzung nach gehe von der Grube heute jedoch keine akute Gefahr mehr für Menschen und Gebäude aus. Nach dem Gebirgsschlag seien die Sicherheitsvorkehrungen durch die Grubenbetreiber verstärkt sowie die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung verbessert worden.
Das Teutschenthaler Kalibergwerk, das etwa 700 Meter unter der Erde liegt, umfasst ein etwa sieben Kilometer langes und bis zu 1,5 Kilometer breites Grubenfeld zwischen Teutschenthal und Angersdorf sowie ein kleineres Feld bei Salzmünde. Betreiber ist die Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG (GTS). "Nach menschlichem Ermessen ist die Grube sicher. Risiken für die Bevölkerung können ausgeschlossen werden", sagte GTS-Geschäftsführer Kurt Schmitz. Dafür sorge sensible Frühwarntechnik, die von unabhängigen Experten überwacht werde. Zudem schreite die Sicherung der Grube voran, so Schmitz. So werden die Hohlräume nach und nach mit Sondermüll sowie mit einer aushärtenden Speziallösung verfüllt, um sie einsturzsicher zu machen. 2002 hatte aber ein Müll-Brand unter Tage erneut für Schlagzeilen gesorgt.
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