Auf der Straße der Musik zum Weltkulturerbe
Kampagne: Netzwerk will «starke Marke» schaffen
VON UTE VAN DER SANDEN, 05.02.10, 21:20h, aktualisiert 05.02.10, 21:45h

Mit dem Netzwerk «Straße der Musik» sollen Traditionen, wie hier das Johannes-Brahms-Chorfestival, und Neuentdeckungen mit Institutionen und Vereinsaktivitäten verknotet werden. (FOTO: DPA)
LEIPZIG/MZ. Robert Schumann, in Zwickau geboren und Leipzig eng verbunden, wurde vor 200 Jahren geboren. Gustav Mahler, Kapellmeister in Leipzig, würde im Juli 150 Jahre alt. Alles bekannt soweit. Wer aber war Valentin Haussmann, der Renaissancemeister aus Gerbstedt? Oder Richard Bartmuß, der in Wittenberg lehrte, in Dessau starb und dem Franz Liszt ein Orgelwerk geschenkt haben soll?
Die Liste, die der Verein "Straße der Musik" am Freitag in Leipzig vorlegte, fasst Dutzende von Namen und Jahrestagen - nur die runden 50er Jubiläen, wohlgemerkt. Insgesamt 516 Komponisten und 166 Orte ihres musikalischen Schaffens in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sind in der Aufzählung versammelt. Keine andere Region der Welt ist demzufolge über einen so langen Zeitraum hinweg Zentrum europäischer Musikkultur gewesen. Neu ist das Bestreben, in einem Netzwerk die Traditionen und Neuentdeckungen mit Institutionen und Vereinsaktivitäten zu verknoten.
Es war kein Zufall, dass die Gründungsmannschaft ihren seit einem Vierteljahr in Halle eingetragenen Verein "Straße der Musik" in Leipzig präsentierte. Im Schumann-Haus gab sie am Freitag ihre Ziele, ihre Hoffnungen auf Mitgliedschaften und Unterstützung aus Verwaltung, Gastronomie, Kirchen- und Medienkreisen sowie ihren nicht nennenswerten Kontostand bekannt. An der "Straße der Musik" haben sich einige Leipziger Einrichtungen niedergelassen. Auch die Carl-Loewe-Gesellschaft und das Bachhaus Eisenach, die Fasch- und Telemann-Gesellschaft und der Verband Deutscher Konzertchöre schlossen sich an. Mit letzterem werde für September ein Chorfest in Halle vorbereitet.
Was noch? Wanderausstellungen seien geplant, die Präsenz auf Touristik- und Musikmessen. "Es ist nicht mehr als ein Keim", sagte Jörg Hansen, Direktor des Bachhauses Eisenach. "Es ist das Gebot der Stunde", sagte die Musikwissenschaftlerin Karin Zauft. Er vertraue auf die Ziele, das Konzept des Vereins und "auf mein Fachwissen", sagte der Vorsitzende Daniel Schad. An Visionen mangelt es jedenfalls nicht: So ist eine neue Kulturtourismusroute zwischen Görlitz, Halberstadt und Meiningen geplant. Und auf die Welterbeliste der Unesco will man auch.
Das Projekt im Internet:
www.strasse-der-musik.de